Spielhaus

Der Plan


Zu unserer Wohnung gehört ein recht großer Garten in dem ich für unsere Tochter ein Spielhaus aufstellen wollte. Die Idee dabei war, es sollte kein Fertighaus aus dem Baumarkt sein und es sollte so groß werden, dass man drinn im Sommer mal übernachten kann. Bei der Suche nach Ideen habe ich auf selbst.de eine Bauanleitung gefunden, die mir sehr gefallen hat und so ziemlich das traff, was ich mir vorgestellt habe.


Die Dreiecksgiebel


Wie in der Bauanleitung habe ich mit den 3 Giebeln angefangen. Die Maße der einzelnen Balken wichen zwar von den Vorgaben der Anleitung ab, es sollte aber kein Problem darstellen. Die Arbeiten gestalteten sich um ein vielfaches länger als geplant. So brauchte ich 3 Wochenenden bis die Giebel endlich fertig wurden. Das Plexiglas habe ich relativ günstig im Internet bekommen, alle 3 Scheiben + jeweils eine große und eine kleine als Reserve haben mich 60 Euro gekostet. Im Baumarkt hätte ich gerade mal zwei dafür bekommen. Zum Schluss habe ich die Außenseiten mehrfach mit einer farblosen Holzschutzlasur angestrichen.

Das Fundament


Über das Fundament habe ich mir wohl am längsten Gedanken gemacht. Ich wollte weder die Pflöcke direkt in den Boden stecken, noch ein Betonfundament gießen. Am Ende habe ich mich für Einschlaghülsen entschieden, wie sie für Gartenzäune verwendet werden. Wie sich bei einer Baumfällaktion ein Jahr später herausstellte, war es die beste Lösung. Dabei stand das Häuschen den schweren Maschinen im Weg und mußte weg. Mit 6 Leuten haben wir das Haus aus den Hülsen gehoben und in eine Ecke im Garten hingetragen, wo es nicht mehr störte. Nach dem die Bäume gefällt waren haben wir es wieder an seinem alten Platz in die Hülsen gesteckt.

Nachdem die Hülsen im Boden steckten, wurden die Pfosten für die Lücke zwischen den 2. Brettern, die den unteren Teil der Giebel bilden, angepasst. In der Bauanleitung sind die Pfosten so gewählt, dass sie genau in die Lücke passen. Da ich aber die Hülsen verwenden wollte, waren meine Pfosten um einiges breiter. Ich hab die Pfosten im oberen Teil von zwei Seiten so beschnitten, dass zum einen der übriggebliebene Teil in die Lücke passte und zum Anderen die Bretter auf dem Pfosten aufliegen konnten. Nachdem die Giebel aufgesteckt wurden sah es wie folgt aus:

 

Innenausbau


Nachdem die Giebel aufgestellt waren spielte das Wetter nicht mehr mit. Die restlichen Arbeiten mussten vorerst unter einer Plane statt finden. Da es aber um den Boden ging, war es auch kein Problem. Der Boden besteht in meiner Variante aus fertigen Terassenbrettern. Dadurch wollte ich die Verletzungsgefahr durch Holzsplitter minimieren (bis jetzt hat es funktioniert).

Das Dach


Nachdem der Regen beschlossen hatte am nächsten Tag erst einmal eine Pause einzulegen, nutzte ich diese um das Dach fertig zu stellen. Als Dachplatten dienten Sperrholzplatten. Da ich vom Dachdecken keine Ahnung hatte, habe ich mich diesbezüglich im Baumarkt beraten lassen. Der Fachmann hat vorgeschlagen zuerst auf das Dach ein dünne Dachpappe aufzunageln und anschließend eine robuste Dachpappe mit Bitumen drauf zu kleben. Das hörte sich für mich nicht verkehrt an also wurde es auch so gemacht.

 

 

Damit alles ordentlich gemacht wird, waren regelmäßige unangemeldete Kontrollbesuche angesagt. Wie man sieht, war die Prüfkommission mit den Zwischenständen zufrieden ;)

 

Abschluss


Zum schluss kam noch die Rutsche. Auch da habe ich mich gegen die Bauanleitung entschieden, in der eine selbstgemachte Rutsche beschrieben wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Rutsche, die an den Seiten aus Holzbrettern besteht auf die Dauer keine Splitter abwirft und in so einen Splitter hinein zu rutschen kann sicher recht schmerzlich sein. Deshalb habe ich an der Stelle eine Fertigrutsche aus Kunststoff gekauft und diese angebracht. Die Leiter habe ich durch eine Treppe ersetzt und oben noch einen Ausguck platziert. 

Fazit


Bemessen an der Freude, die meine Tochter mit ihrem Häuschen hat, war es ein voller Erfolg. Ich bin was Schreinerarbeiten angeht ein absoluter Laie und trotzdem fand ich die Realisierung nicht schwierig nur unheimlich Zeitaufwändig. In der Anleitung wird die Arbeitsdauer mit fünf Tagen angegeben, bei mir waren es 5 mehr oder weniger volle Wochenenden. Der Preis von rund 990 Euro ist meiner Meinung nach zu hoch gegriffen. Mit ein wenig suchen sollte man auf unter 700 Euro kommen können. Meine Kosten waren etwas höher, da ich dieses Projekt zum Anlass genommen habe mein Werkzeuginventar zu modernisieren.